Bücher und Artikel › Bücher, CDs 

Leseprobe Fünffältiger Dienst


Text 1: Über den Apostel

Wir werden uns bei jedem der Dienste von Eph 4,11 am Schluss die Frage stellen: Wohin schaut dieser Dienst? Was sieht er vor seinem inneren Auge, worauf ist sein Blick fixiert?
Der Blick des Apostels ist ein weiträumiger. Sein Blickwinkel ist sehr weit. Er besitzt als Gabe eine Art inneres Weitwinkelobjektiv mit hoher Auflösung. So kann er breit und weit schauen, erfasst außerordentlich viel mit einem Blick. Er sieht nicht einen Ort, sondern ein ganzes Gebiet. Er sieht eine ganze Stadt oder eine ganze Region oder ein ganzes Land, ja manchmal die ganze Welt. Er sieht nicht eine Gemeinde, er sieht mehrere oder sogar viele, ein ganzes Netz von Gemeinden. Er sieht auch nicht nur das, was heute ist. Er spürt langfristige Entwicklungen, er schaut weit nach vorne in die Zukunft, aufgrund dieser Begabung ist er auch häufig ein guter Stratege. Der Apostel ist der Mann der Gesamtschau. Andere Dienste sehen in grosser Schärfe, Kompetenz und Treue einen ganz bestimmten Aspekt des gemeindlichen Lebens, wie wir noch sehen werden. Der Apostel aber sieht alles. Er "bindet den Sack zusammen." Vielleicht ist diese Fähigkeit zur Gesamtschau nicht bei jedem Apostel gleich stark ausgeprägt, wohl aber immer zu einem gewissen Grad vorhanden. Er hat ein weites Herz, in das viel hineinpasst.
Wir haben deutlich gesehen, wie fundamental das Amt des Apostels ist. Als der von Gott gesandte Erste, kommen mit ihm die göttlichen Pläne in Existenz oder neue Bewegung. Die übernatürliche Sendung als Sonderbeauftragter des Herrn ist bei ihm ungewöhnlich stark ausgeprägt. Als bevollmächtigter Sonderbotschafter wird von ihm ein hohes Mass an Flexibilität und Opferbereitschaft erwartet. Er darf sich an keinen Ort und an keine Gemeinde binden. Er legt jedoch immer wieder ein solides Fundament, auf dem andere weiterbauen können. Dabei versteht er sich darauf, Mitarbeiter zu rekrutieren und ihnen so in ihre göttliche Bestimmung hineinzuhelfen, dass sie sich zu fähigen und hochmotivierten Arbeitern in Gottes Weinberg entwickeln. Besonderes Gewicht legt er auf enge Zusammenarbeit mit Propheten, Hirten, Lehrern und Evangelisten, weil er weiss, wie sehr er sie braucht und sie ihn.

Text 2: Über den Propheten
Er zeigt das Herz der Menschen
Als Nathanael das erste Mal von Jesus hört, spottet er: "Was kann aus Nazareth Gutes kommen?" Offenbar ein Skeptiker, der nicht gerade sehr bereit ist, sich auf Jesus einzulassen. Kurze Zeit später trifft er auf Jesus persönlich, der zu ihm sagt: "Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist." Nathanael antwortet: "Woher kennst du mich?" (Joh 1,46-48) Jesus wusste durch Offenbarung, was hinter der Skepsis steckte und Nathanael fühlte sich erkannt und geliebt - er schloss sich Jesus sogleich an.
Petrus erkennt die wahren Motive von Ananias und Saphira (Apg 5,1-5), ebenso das böse Herz des Zauberers Simon (Apg 8,20-23)
In der Kirchengeschichte ist diese Seite der prophetischen Gabe stark im Osten unter den sogenannten "Starzen" oder "Staretzen" gelebt worden, Ein Staretz war ein Einsiedler, der lange in der Stille gelebt und dann den Menschen von weither als seelsorgerlich-prophetischer Ratgeber und Seelenführer diente. Diese Gabe wurde die "Gabe der Herzensschau" genannt.
Manche Propheten können besonders gut die Berufungen von Menschen erkennen, den Auftrag oder die Begabung, die sie von Gott empfangen haben, selbst dann, wenn das alles noch in der Verborgenheit schlummert. So leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Freisetzung der Christen, die so oft brach liegen und nicht in ihre Berufung hineinfinden.
Er zeigt in die Zukunft
Gott offenbart dem Propheten einen Ausschnitt seiner Pläne, bzw. etwas, was Gott jetzt tun will. "Denn der Herr, HERR, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat. " (Am 3,7) Der neutestamentliche Prophet Agabus zeigte durch den Geist eine kommende Hungersnot an. Aufgrund dieser prophetischen Ankündigung veranstalteten die Christen eine grosse Sammlung für die besonders betroffenen Christen in Judäa (Apg 11,27-30). Später wies er Paulus darauf hin, dass Leiden und Gefangenschaft auf ihn warten würden (Apg 21,10-11). Ein Prophet in der Schweiz sah vor einigen Jahren in einer genauen Offenbarung, dass es in Nord-und Mittelindien einen grossen geistlichen Aufbruch geben würde. Das mit ihm verbundene Missionsteam erkannte in dieser Weissagung die Aufforderung zum Handeln. Forschungsreisen wurden unternommen, Kontakte zu geistlichen Leitern geknüpft und Geld gesammelt. Inzwischen beginnt sich die Vision zu erfüllen, in Madhya Pradesh und im Punjab, sowie umliegenden Regionen. In nie gekannter Zahl kommen Menschen zum Glauben und Gemeinden werden gegründet. Diese Prophetie hat dazu beigetragen dass sich im rechten Moment Leiter, Beter, Finanzen und ein reifes Erntefeld zu einem wunderbaren explosiven Gemisch verbinden konnten.
Propheten bereiten Gemeinden, Leiter, Christen darauf vor, was Gott zu tun gedenkt.

Text 3: Über die Zusammenarbeit
Lasst uns den fünffältigen Dienst mit einem Schlüsselbund Gottes vergleichen. Wie oft stehen wir vor verschlossenen Türen. Haustüren, Autotüren oder Gemeindetüren, wenn der Abwart sich verspätet hat…Es kann einen zur Verzweiflung bringen, wenn man den dringend nötigen Schlüssel verloren hat und nicht mehr findet; oder der "Mann mit dem Schlüssel" nirgendwo aufzuspüren ist. So viel in unserem Leben hängt davon ab, ob die Türen zur rechten Zeit aufgehen! Und wie willkommen ist es in diesem Fall, wenn ein kompetenter Schlüsselservice zur Hand ist, der uns aufschliessen kann. Endlich geht die Tür auf und wir treten erleichtert ein.
Im Reich Gottes ist es nicht anders. Abgesehen davon, dass die Türen des Reiches Gottes wesentlich bedeutsamer sind. Da geht es um Leben und Tod, da geht es um das Heil oder Unheil von Familien Gemeinden, Städten, Regionen, ja ganzen Völkern. Jesus sagte zu Petrus:
"Ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was immer du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was immer du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein." (Mt 16,19)
Petrus hat diese Schlüssel tatsächlich zu Pfingsten durch den Heiligen Geist erhalten. Mit diesen Schlüsseln schloss er zuerst für die Juden (Apg 2-5), dann für die Samaritaner (Apg 8), später für die Heiden (Apg 10) das Reich Gottes auf und diese Volksgruppen begannen, durch die geöffnete Tür zu strömen. Es war, als ob sich das Hauptportal eines grossen Gefängnisses geöffnet hätte. Alle Gefangenen im Hof nützten die Gelegenheit und ergriffen die Flucht - "er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe." (Kol 1,13)
Aber in einem grossen Gefängnis - und die ganze Welt ist letztlich ein Gefängnis unter der Aufsicht eines höchst bösartigen Aufsehers- gibt es viele Türen. Die verschiedenen Abteilungen sind abgeschlossen, ebenso die einzelnen Zellen, ebenso die Fenster, durch die man einen Blick nach draussen, in die wunderbare Freiheit des Reiches Gottes werfen kann. Deswegen sendet Gott immer wieder "Schlüsselpersonen", damit möglichst viele Menschen aus möglichst vielen Zellen und Abteilungen die Gelegenheit erhalten, hinauszugehen in das Reich Gottes. Der "Schlüsselservice Gottes"! Eine seiner grossartigen Ideen. Typisch ER. Aber wir müssen diesen Schlüsselservice auch kennen, anerkennen und beanspruchen! Ohne ihn läuft nämlich nicht viel. Nur vereinzelte Befreiungen mit massivem Aufwand sind möglich. Wie sind diese "Schlüsselserviceteams" beschaffen?
Der Apostel hat den Schlüssel für die grösseren Abteilungen des Gefängnisses: Städte, Volksgruppen, Länder, Nationen. Er denkt und handelt weitsichtig, strategisch und öffnet den Zugang zu einer Abteilung, Eingang und Ausgang erschliessen sich. Er ist es, der die Befreiungsaktion als Ganzes plant und überwacht.
Der Evangelist hat den Schlüssel für die einzelnen Zellen, einzelne Menschen und Familien werden mit der Freiheit bekanntgemacht und hinausgeführt.
Der Prophet schliesst die Fenster auf, sodass die Gefangenen die frische Luft des Reiches Gottes atmen, einen Blick nach draussen tun können, das Herz Gottes erkennen und motiviert werden für die Freiheit. Ferner hat er die Schlüssel für die geheimen Zugänge zu den Abteilungen und Zellen, sodass er im Voraus einen wertvollen Kundschafter- und Nachrichtendienst tun kann. Auf diese Weise versorgt er die anderen im Team mit wertvollen Informationen, so dass diese besser erkennen können, wo die Türen sich in dem oft stockfinsteren Gefängnis befinden, wie die Wachen überlistet werden können und in welcher Reihenfolge man vorgehen sollte. Seine Meldungen machen den Dienst des Teams effektiver. Später werden sie den ehemaligen Gefangenen immer wieder die Schönheiten des Reiches Gottes eröffnen und ihnen helfen, sich zurechtzufinden. Sie werden ihnen verschiedene wunderbare Räume in der Stadt aufschliessen und ihnen die königlichen Schätze zeigen.
Die Hirten und die Lehrer warten draussen vor dem Gefängnis. Auch sie haben wichtige Schlüssel in der Hand. Die Hirten schliessen die Häuser auf, in denen die soeben Befreiten wohnen können, damit sie sich einleben können in der neuen Umgebung und nicht zurückgehen ins Gefängnis. Ohne sie irren die Geflohenen auf den Strassen der Stadt umher!
Jeder Gefangene erhält ein grosses Erzähl-und Lehrbuch über die Stadt, in der die Gefangenen nun wohnen dürfen, in ihm finden sich Lektionen über Heimatkunde, Verfassung, Grundgesetz und viele Geschichten über den König der Stadt. Es ist nicht immer leicht zu verstehen. Der Lehrer schliesst ihnen dieses Buch auf und erklärt es ihnen, so dass sie es viel tiefer und besser verstehen können.
Natürlich ist dieses Bild vom Schlüsselservice Gottes unvollkommen. Es ist ein Gleichnis; und jedes Gleichnis "hinkt". Aber ich denke, wir ahnen, wieviel Befreiung von Menschen, Gruppen und Völkern geschehen kann, wenn dieses Team in Einheit und Liebe Hand in Hand miteinander arbeitet.


Technik: Livenet.ch & Jesus.ch [Design, Webhosting, CMS]
 
Suche 
 
Newsletter bestellen